Barbora Rachova war am Sonnabend mit ihrem Trickreichtum und vielen Wurfvarianten beste Görlitzer Spielerin.
Die Oberliga-Handballerinnen des Görlitzer HC haben gegen den Vorjahres-Vizemeister HC Burgenland verloren. In der ersten Halbzeit kassierten die Görls 23 Gegentore, weil die Abwehr nicht funktionierte. Aber auch die Schiris standen im Fokus.
Dass die Gästefans am Ende dieses Oberliga-Heimspiels des Görlitzer HC gegen den vorjährigen Vizemeister HC Burgenland über einen 30:28-Auswärtssieg jubelten, hatte aus Görlitzer Sicht mehrere Ursachen: Die Görls „verzichteten“ in der ersten Halbzeit auf Abwehr, spielten ihre nicht funktionierende 6:0-Deckungsformation „konsequent” durch.
Die Gäste brachen immer wieder, teils mit einer einfachen Körperfinte durch. Die allein gelassenen Torhüterinnen bekamen kaum einen Ball an die Hand. 23 Gegentore in der ersten Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache. Im Angriff ließen die Görls ein paar freie Würfe aus, lagen deshalb zur Pause mit sechs Toren zurück. Die Halbzeitpause wurde genutzt, um dieses Thema anzusprechen. In einer 5:1-Deckung spielte Hannah Puschmann auf der Spitze und machte das mit der notwendigen Aggressivität. Die Offensive der Gäste bekam große Probleme, zumal sich jetzt Samantha Bambynek im Tor – besser unterstützt von ihrer Abwehr – deutlich steigerte. Nur sieben Treffer der Gäste in Halbzeit zwei waren die Folge.
Die Görls starteten zwar – angeführt von der überragenden Barbora Rachova (10 Tore, davon vier Siebenmeter) – eine Aufholjagd, die am Ende nicht reichte. Aus mehreren Gründen: Wieder wurden zu viele freie Würfe vergeben. Vor allem von außen ging nichts. Da hatte in der ersten Halbzeit über Hannah Puschmann noch einiges geklappt.
In der zweiten Halbzeit war die Erfolgsquote von außen miserabel. In der „Crunchtime“ der letzten Minuten – nachdem Rachova vom Feld war – misslangen der erfahrenen Izabela Rzeszotek ihre Versuche mit Einzelaktionen.
Und: Das Schiedsrichterduo traf aus Görlitzer Sicht in diesem am Ende engen Spiel ein paar strittige Entscheidungen. Besonders bitter: Viermal lagen Görlitzer Spielerinnen angeschlagen am Boden. In der ersten Halbzeit Samantha Bambynek nach einem Gesichtstreffer und Außenspielerin Hannah Puschmann nach einem Treffer in der Magengegend, als sie zum Wurf in den Kreis sprang und daraufhin verzog.
In der zweiten Halbzeit die von einer Gegenspielerin im Gesicht getroffene Rückraumspielerin Charlotte Töpert und vier Minuten vor Schluss Außenspielerin Klaudia Pirog, die beim Sprung in den Kreis getroffen wurde, hart auf den Boden prallte und verletzt liegenblieb.
Die Schiris entschieden in keinem der Fälle auf eine Strafe gegen die Gäste, nur in einem Fall (Töpert) gab es Freiwurf, bei beiden Außenspielerinnen wurde das Spiel fortgesetzt und erst nach dem Angriff der Gäste für die Verletzungsbehandlung unterbrochen. Dass das die Zuschauer und auch die Görlitzer Bank aufbrachte, war nachvollziehbar. Für die letzte dieser Aktionen gegen Klaudia Pirog erhielten die protestierenden Görlitzer Trainer fünf Minuten vor Schluss beim Stand von 26:30 eine Bankstrafe – die Entscheidung. Trotzdem: Diese Niederlage war aus Görlitzer Sicht vermeidbar.
Foto: H.-E. Friedrich




























