1. FrauenPressemitteilungVon der Spielmacherin zur Trainerin: Marzena Hochman bleibt den Handball-Görls treu

21. März 2026
651701632_122180808710802188_96084854578848282_n
651915042_122180808806802188_5254151857416046580_n
651709021_4035027879963622_6736553185457247648_n
650113298_4035027853296958_7591027482271149610_n
652598433_122180808686802188_2101782893569904043_n
652631862_122180808770802188_5575700810346449705_n
651713977_122180808974802188_3522718564848754251_n
651005014_4035027779963632_4980109299408473820_n
653714838_122180809226802188_2809353114573598986_n
652116913_4035026919963718_925263295035292768_n
653700614_122180809010802188_5634075537216655400_n
653072340_122180809340802188_6376191831210268452_n
651710903_4035027799963630_7479490712750134285_n
653045453_122180808716802188_3380405595220206487_n
651126990_4035026983297045_5792765326937232001_n
651249379_4035027406630336_7153980799186558561_n
653431196_122180809052802188_5869537586028512629_n
653700259_122180809190802188_379315357912804280_n
651374137_4035026819963728_6222394379499927548_n
651865877_4035027216630355_6117623840832824569_n
652337425_122180809784802188_6992243803467364992_n
651401489_122180809610802188_2185957458021647455_n
651217528_4035026886630388_1242444368922262265_n
652110725_4035027246630352_2260653723478322941_n
650806725_4035027313297012_5585116595717255209_n
651231233_4035027279963682_7386483393799693336_n
652317399_122180809406802188_7054209890138965349_n
652588844_4035027566630320_3036456511972708567_n
652739568_122180809568802188_398896224475093239_n
653597083_122180808668802188_4259860882373355042_n
653705010_122180809508802188_4953656664631594659_n
652806471_4035026836630393_3973528518140122516_n
651039914_4035027196630357_7912803501590965234_n
651090107_4035026726630404_8188601452477698947_n
652664061_4035026733297070_2986412764251988879_n
653706732_122180809886802188_1545876792124556883_n
653347969_122180809946802188_5217501100263212549_n
650388732_4035026656630411_6008395125555722185_n
651181518_4035026679963742_1453693346078229605_n
Die 38-jährige Spielmacherin Marzena Hochman beendet nach vier Jahren in Görlitz ihre aktive Karriere, hat aber als neue Trainerin noch viel mit dem HC vor. Ihr vorletztes Heimspiel auf dem Parkett hatte ein dramatisches Finale, bei dem auch Hochman wieder alles für ihre Görls gab.

Die Handballerinnen des Görlitzer HC haben nach einem 33:33‑Heim-Unentschieden gegen den VfL Meißen zwar keine realistische Chance mehr auf den Meistertitel in der Mitteldeutschen Regionalliga, sind andererseits aber dem angestrebten Podestplatz einen Schritt näher gekommen. Ein Sieg aus den letzten drei Spielen fehlt dafür noch, wobei das letzte Saisonspiel beim wohl neuen Meister und Aufsteiger in die 3. Liga, dem SC Markranstädt, stattfindet.

Für Marzena Hochman war dieses hochdramatische Spiel gegen Meißen das vorletzte Heimspiel ihrer aktiven Handballkarriere. Dass die 38-jährige Rückraumspielerin, zugleich „verlängerter Arm“ des Trainers Dirk Puschmann auf dem Parkett, überhaupt spielen konnte, war ein kleines Wunder. Vor zwei Wochen beim Spiel in Jena hatte sie sich den Daumen der linken Hand gebrochen. Ins Spiel ging sie mit einem Tape, welches sie sich während des Spiels immer wieder richten musste. Vier Tore erzielte sie, Meißen entschied sich lange für eine Pressdeckung gegen sie. Alles für das Team – das lebte Marzena Hochman auch in diesem Spiel vor.

Von Polen über Norwegens erste Liga nach Görlitz

Dass sie überhaupt in Görlitz Handball spielt, ist bei ihrer Story fast verwunderlich. Aufgewachsen im schlesischen Ruda Slaska (nahe Katowice) begann sie dort mit dem Handball und schaffte mit 17 Jahren den Sprung nach Kielce in Südostpolen. Der Handball-Club ist mit den Männern europäische Spitze, bei den Frauen damals polnischer Zweitligist.

Nach vier Jahren in Kielce gab es ein Angebot für Marzena Hochman aus Norwegen. Dort, im weltweit dominierenden Land des Frauenhandballs, spielte sie professionell sechseinhalb Jahre Handball, spricht deshalb perfekt Englisch und auch ein wenig Norwegisch. Nach einem ersten Jahr in der zweiten norwegischen Liga wechselte Marzena Hochman zu einem Erstligaclub in Bergen, wurde dort von einer Linksaußen zur Rückraumspielerin.

„Mir wurde gesagt, ich sei zu klein für den Rückraum. Aber meine Trainer in Norwegen sahen das anders, wollten das Beste von jedem Spieler nutzen.“ Im Fall von Marzena Hochman waren das ihr starkes Eins-gegen-eins-Spiel und ihr Blick für die Situation, Räume und Gelegenheiten auch für die Mitspielerinnen zu schaffen.

Von der Freundin im Café für Engagement in Görlitz überredet

Dass eine solche Spielerin in Görlitz, in der vierten deutschen Liga landete, war eigentlich ein kleines Wunder. Marzena Hochman war nach ihrer Handballkarriere nach Lubin gezogen, anderthalb Autostunden von Görlitz entfernt. Ihre Handballkarriere hatte sie seit zweieinhalb Jahren beendet, war inzwischen zweifache Mutter und für ihre Familie da. Eine „alte Handball-Freundin“ – Kinga Lalewicz, die damals für Görlitz spielte – traf sich dann mit ihr auf einen Café und überredete sie, vielleicht nochmal in Görlitz zu spielen.

Das war in der Corona-Saison 2021/22. Görlitz hatte durch den Abgang von drei Spielerinnen große Probleme. Der damalige Trainer Jörg Adam und Vizepräsident Dirk Puschmann trafen sich mit ihr in Lubin. „Ich habe meine Erwartungen und zeitlichen Möglichkeiten genannt, und wir haben uns geeinigt. Und jetzt spiele ich immer noch“, sagt die 38-Jährige lächelnd.

Es wurde eine Erfolgsgeschichte. In der Corona-Saison warf sie die Görls zum Klassenerhalt. Auch in den folgenden vier Spielzeiten sorgte sie als Spielmacherin mit vielen Toren mit dafür, dass die Görls immer um das Regionalliga-Podest kämpften. Vor dieser Saison drohte nach einem Wirbelbruch das Karriereende. Aber Marzena Hochman kämpfte sich mit viel Willen noch einmal zurück. Heute sagt sie jedoch: „Ich muss auf meinen Körper hören, der setzt ein Stoppzeichen. Ich höre nach dieser Saison auf.“

Dass ihr dieser Satz nicht leichtfällt, merkt man der jungen Frau an, die zu Hause im Handel arbeitet. Vom Handball aber wird sie nicht lassen. Sie ist ausgebildete Handballtrainerin, arbeitet in Lubin schon viele Jahre mit Kindern und hat aus ihrer langen Handballkarriere auch viel von ihren Trainern mitnehmen können. „Ich werde bei den Görls bleiben und ab der neuen Saison die Mannschaft als Cheftrainerin übernehmen. Dirk Puschmann wird mir zur Seite stehen“, lässt sie die Nachricht raus und ergänzt gleich: „Jetzt bin ich für die Spielerinnen eher wie eine Freundin, dann werde ich ihre Trainerin sein.“

Das wird Marzena Hochman als neue Görls-Trainerin ändern

Und sie hat einen Plan: „Wir werden etwas anders an die Arbeit mit unserem Körper und unserer Beweglichkeit herangehen, zudem das Training individueller gestalten. Wir wollen versuchen, das Beste aus jeder Spielerin herauszuholen und für das Team zu nutzen“, kündigt sie an.

Das Team habe viel Potenzial, mit jungen Spielerinnen wie Anica Czarnowsky als smarter Spielmacherin oder Samantha Edling als großem Talent mit einer höherklassigen Perspektive. Mit weiteren Talenten, den Anführerinnen Izabela Rzeszotek im Angriff, Dagmara Zychniewicz als Abwehrchefin, den starken Torhüterinnen Samantha Bambynek und Marie-Luise Ressel, vielleicht ein paar Verstärkungen. Marzena Hochman sieht gute Zukunftschancen für die Görls – mittelfristig auch eine Klasse höher.

Aber noch ist sie Spielerin. Gegen Meißen gab sie wieder alles, landete schwer gefoult in der Schlussphase auch mit dem Kopf auf dem Hallenboden. Ihre Mannschaft hatte da trotz eines personell dünn besetzten Rückraums und einer trotz Verletzung weiter kämpfenden Izabela Rzeszotek in der Schlussphase einen Vier-Tore-Rückstand gedreht – auch dank der überragenden Torhüterin Samantha Bambynek, die 30 Sekunden vor Schluss nach einer starken Parade sich zu einem riskanten Pass entschloss anstatt zum ruhigen Aufbau für den vielleicht siegbringenden Treffer. Der Pass ging schief. Die starke Ex-Görlitzerin Johanna Girbig hatte somit die Chance zum Siegtreffer für Meißen, aber auch diesen Ball entschärfte Bambynek, genauso wie den folgenden Siebenmeter. Damit war das Unentschieden gerettet.

Bericht: SZ Frank Thümmler 16.03.2026

Fotos: H.-E. Friedrich, Gert Richter, Verein, Tom Hilbig

Kontakt

Görlitzer HC e.V. – die GÖRLS
Heinzelstraße 11, 02826 Görlitz
E-Mail: kontakt[at]handball-goerls.de
Telefon: +49 1578 872 88 59

All contents © copyright 2021 Görlitzer HC e.V. - die GÖRLS