Angesichts der Personalnot im Rückraum der Görls wird Weronika Hipner (hier im Spiel gegen Meißen) immer wichtiger – auch am Sonntag.
Am Sonntagnachmittag und -abend wollen die Handball-Görls feiern – erst einen möglichen Heimsieg in der Jahnsporthalle über TuS Leipzig-Mockau im Kampf um den Podestplatz in der Mitteldeutschen Regionalliga, der ihnen dann nicht mehr zu nehmen wäre. Und danach gemeinsam mit den Fans bei einem Grillabend eine starke Saison.
Ganz so einfach, wie es die Tabellenkonstellation vermuten lässt, wird es allerdings nicht. Die Frauen des Görlitzer HC haben 29:11 Punkte auf dem Konto und sind punktgleich mit dem Zweiten HC Burgenland Tabellendritter. Die Gegnerinnen aus Leipzig haben mit 17:23 Punkten nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Aber: Das Hinspiel in Leipzig Ende November 2025 hatten die Görls sehr zum Leidwesen von Trainer Dirk Puschmann mit 28:27 verloren. „Die Leipzigerinnen können hier locker aufspielen, weil es für sie um nichts mehr geht. Und wir haben ein paar Verletzungsprobleme“, sagt Puschmann.
Beide Topteams verzichten auf den Aufstieg
Marzena Hochmann, die ja das Ende ihrer aktiven Handball-Karriere bekanntgegeben hat und den Görls-Trainerposten übernehmen wird, kann nach einer Knieverletzung beim letzten Spiel nicht mehr mitwirken. „Wir müssen uns für den Rückraum etwas einfallen lassen, können aber unseren Kader mit den jungen Spielerinnen auffüllen“, erklärt Puschmann, der vor seinem (zumindest vorerst) letzten Heimspiel als Görls-Trainer steht.
So verrückt das klingt, rein theoretisch hätten die Görls sogar noch eine Aufstiegschance: Der Tabellenerste und feststehende Meister SC Markranstädt wird nicht aufsteigen – offiziell wegen der finanziellen Mehrbelastung, hinter den Kulissen wird gemunkelt, dass die Mannschaft nicht will. Auch der aktuelle Tabellenzweite HC Burgenland würde sein Aufstiegsrecht in die dritte Liga nicht wahrnehmen. Dahinter kommen schon die Görls, die für einen Aufstieg aber am Ende auf Platz 2 stehen müssten, angesichts des noch ausstehenden Spiels beim Meister Markranstädt unwahrscheinlich.
„Wir werden froh sein, wenn wir unser Spiel am Sonntag gewonnen haben“, sagt Puschmann, der ergänzt, dass die Aufstiegsdiskussion theoretisch sei, weil der Verein nicht für die dritte Liga gemeldet habe. Und so gilt die volle Konzentration der Mannschaft am Sonntag diesem Podestplatz – und vielleicht feierlichen Abschieden vor einem hoffentlich stimmungsvollen Publikum.
Bericht: SZ Frank Thümmler 10.04.2026
Foto: H.-E. Friedrich




