Marzena Hochman ließ den Ball bis zum Frühjahr noch selbst für die Görlitzer Handballfrauen fliegen, jetzt steht sie als Trainerin der Görls an der Bande. Und sorgt so für neuen Schwung.
Sonnabend starten die Görlitzer Handballfrauen – die Görls – in die neue Viertligasaison. In der Jahnsporthalle ist der Aufbau Altenburg, Aufsteiger in die Mitteldeutsche Oberliga, der Auftaktgegner. Nach einem gar nicht so kleinen Umbruch im Kader macht die neue Trainerin Marzena Hochman eine Ansage, die mutig ist: „Wir haben einen vollbesetzten Kader, jede Position ist doppelt besetzt. Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben und das ganze Team in jedem Spiel kämpft, können wir jeden überraschen. Ich glaube, meine Spielerinnen sind in der Lage, den ersten Platz zu erobern. Sie müssen nur an sich selbst glauben.“
Dass die erfahrene Handballerin so optimistisch ist, begründet sie mit mehreren Dingen: Die Mannschaft habe sie in der Vorbereitung überzeugt, im Training und in Testspielen. Ich bin beeindruckt von der Professionalität der Mädchen während der Vorbereitung und wie schnell sich die neuen Spielerinnen ins Team integriert haben“, sagt Marzena Hochman, die sich selbst als Spielerin, Jette Eckhardt, Samantha Edling und die Los-Schwestern ersetzen muss. Fünf neue Spielerinnen haben die Görls in ihren Reihen, dazu nach Verletzungen mit Anica Czarnowski und Charlotte Töpert zwei vielversprechende junge Spielerinnen für den Rückraum.
Das sind die fünf Neuen im Team
Neu im Team ist Torhüterin Anna Jahnke (19), die vom HC Burgenland nach Görlitz gewechselt ist. Gemeinsam mit Samantha Bambynek, in der vergangenen Saison eine der stärksten Torhüterinnen der Oberliga, wird sie das Torhüterduo bilden und sich einen Konkurrenzkampf um Einsatzzeiten liefern, ist die Trainerin überzeugt.
Oliwia Gowin (23) ist eine Verstärkung auf der „Königsposition“, dem linken Rückraum. Sie kommt wie die Trainerin aus Lubin und bringt Erfahrungen aus der 2. und 3. polnischen Liga mit. Marzena Hochman sagt: „Oliwias große Stärke ist ihr Wurf aus der zweiten Reihe – genau darauf werde ich setzen. Außerdem ist sie, auch wegen ihrer Körpergröße, in der Abwehr eine gute Blockspielerin.“
Ein weiterer Neuzugang für den Rückraum freut die Görlitzer Fans besonders. Leonie Rösel (25), die einst die Görlitzer Nachwuchsschule durchlief und bis 2019 hier spielte, kehrt in ihre Heimatstadt zurück. Während ihres Lehramtsstudiums spielte sie für den Bundesligisten Union Halle Neustadt, legte für ihr Referendariat dann eine Handballpause ein, aus der sie nun kommt. Handballerisch hält Marzena Hochman viel von ihr: ihren Überblick, die Schnelligkeit, das gute Eins-gegen-Eins.
Auf den Außenpositionen haben sich die Görls mit Maja Stańczyk, ebenfalls aus Lubin, verstärkt. Die 24-jährige Rechtshänderin ist auf Rechtsaußen geplant. Marzena Hochman lobt ihre auch überraschenden Wurfvarianten und sagt: „Damit sind wir in dieser Saison auf den Außenpositionen sehr gut aufgestellt.
Das ist die derzeit größte Görls-Baustelle
Was in der Vorbereitung, die Görls gewannen ein Heimturnier sehr souverän, schon zu sehen war: Leicht ausrechenbar sind die Görlitzerinnen definitiv nicht. Mit Izabela Rzeszotek, Weronika Hippner, Claudia Pirog, Hannah Puschmann, Dagmara Zychniewicz sind ja die allermeisten Spielerinnen des Vorjahresdritten weiterhin dabei.
Foto: H.-E. Friedrich




